Hans-Rudolf Wutschka

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Die Legende von der Entstehung des Brautbechers


Zu allen Zeiten war und ist der Hochzeitstag der wichtigste Tag im Leben eines verliebten Paares. Schließlich beginnt mit ihm der längste und bedeutendste Lebensabschnitt der meisten Menschen.

Dabei ist die ersehnte Heirat des geliebten Partners für manche unter uns ein steiniger Weg, der manchmal auch ganz aussichtslos erscheint …

So erging es, sagt zumindest die Legende, vor langer Zeit auch der wunderschönen Tochter eines einflussreichen Edelmannes: Die Komtesse Kunigunde – so hieß das schöne Kind – war ohne das Wissen ihres Vaters unsterblich in einen jungen Goldschmied verliebt. Unter all den zahlreichen standesgemäßen Freiern gab es keinen, der sie die Liebe zu dem jungen Goldschmied vergessen ließ.

Schließlich offenbarte sie sich ihrem mächtigen Vater, der vor Zorn bebte und den jungen Mann sofort einkerkern ließ. Kunigunde aber wurde vor Liebeskummer krank. Das rührte den Vater, dessen Herz mit der Zeit immer härter zu werden schien und eines Tages schlug er ihr folgendes vor:

„Wenn dein Goldschmied einen Becher schmieden kann, aus dem zwei zur gleichen Zeit trinken können, ohne einen Tropfen zu verschütten, so sollst du ihn zum Manne haben.“

Insgeheim war er davon überzeugt, dass der junge Mann dieser Aufgabe nicht gewachsen sein und Kunigunde sodann von ihm ablassen würde.

Doch er rechnete nicht mit dem Ehrgeiz und Einfallsreichtum des jungen Mannes, der, durch die Liebe beflügelt, in nur wenigen Tagen einen wunderbaren Rock als Brautbecher formte, wie ihn vorher noch keiner gesehen hatte.

Auf den Becher modellierte er den Rumpf seiner schönen Geliebten, die mit erhobenen Händen einen kleineren, beweglichen Becher hielt.

So war es für die beiden Liebenden ein Leichtes, gleichzeitig aus dem Becher zu trinken, ohne auch nur einen Tropfen zu vergießen.

Der Edelmann musste nun sein Wort einlösen und letztendlich seinen Segen zur Hochzeit von Kunigunde und dem jungen Goldschmied geben.
Und sie lebten glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Seit dieser Zeit ist der Brautbecher ein Symbol für die Liebe, Treue und Hoffnung auf das große Glück, wenn ein Paar bei seiner Hochzeit gemeinsam aus diesem Becher trinkt.
Jahr für Jahr besiegeln die Vermählten an ihrem Hochzeitstag durch den Trunk aus ihrem Hochzeitsbecher den gemeinsamen Lebensweg, den sie beschritten haben.
– Vielen gilt dieser Becher deshalb als Symbol für die ewige Liebe. –
 

Wie funktioniert das genau?

Gleich nach der Trauung trinken die Brautleute gemeinsam auf eine glückliche und harmonische Ehe.

Den großen Becher mit der Öffnung nach oben halten, damit der kleine Becher mit dessen Öffnung ebenfalls nach oben frei schwingen kann. Nun können beide Becher gefüllt werden.                                   
Der Bräutigam trinkt aus dem großen Becher (er sollte den Becher in einem Zug leeren) und seine ihm gegenüber stehende Braut trinkt aus dem kleinen.
Ein Spaß für die gesamte Hochzeitsgesellschaft!
                                                                                                                              
lm 13. Jahrhundert entstand der Doppelbecher. Ein Trinkgefäß, welches aus zwei halbkugelförmigen Schalen besteht. Diese können so zusammengesetzt werden, dass die obere Schale den Deckel auf die untere bildet. Die untere Schale war größer als die obere.
                                                                                                                              
Nürnberg war im 16. Jahrhundert eine Hochburg der Goldschmiedekunst, die herausragende Meisler hervorbrachte.
                                                                                                                              
Wenzel Jamnitzer ist hier als einer der großen Meister zu nennen. Er wurde in Wien geboren und lebte, wirkte und starb in Nürnberg. Seine Werke gingen in die Fürstenhäuser in aller Welt.                               
                                                                                                                                              
                                                                                                                              
Die gro8e Zeit der Nürnberger Goldschmiedekunst fand nach dem Dreißigjährigen Krieg ihr Ende, weil die Bevölkerung stark dezimiert und sehr arm war.                                             
                                                                                                                              
Große Museen dieser Welt zeigen heute hervorragende Exponate dieser Zeit. Herimitage St. Petersburg, Albert & Victoria Museum in London, Grünes Gewölbe in Dresden, Germanisches Nationalmuseum Nürnberg,  Dorotheum Wien,  Bischöfliches Dom- und Diözesenmuseum Mainz, Württembergisches Landesmuseum Stuttgart sowie das Heimatmuseum Seulberg.
                                                                                                                            
Im 16. Jahrhundert wurde in Nürnberg aus dem Doppelbecher der Jungfernbecher oder Brautbecher. Zwei miteinander fest verbundene Kelche in Form einer festlich gekleideten Dame. Der untere Kelch ist größer und stellt den Rock dar. Der Torso hält mit erhobenen Armen den oberen, kleinen Kelch, der wiederum beweglich und schwenkbar ist.

 

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